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Empty Walls

Sie steht neben sich. In einem Spiegel gefangen. Die Seele gefangen. Machtlos starrt sie den Körper an. Sie steht neben sich.  Das Gefühl ist ihr bereits bekannt. Ein Gefühl der Leere; gleichzeitig eine Gefühlslosigkeit.  Obwohl sie eigentlich glücklicher denn je sein müsste, fühlt sie sich unglaublich ausgelaugt. Zurückblickend stellt sie fest, dass im dem vergangenen Jahr eigentlich nicht alles schlecht gewesen war. Sie merkt, dass der unendlich widerliche Spruch, den sie doch eigentlich hasst, der Wahrheit entspricht:
„Man weiß erst, was man besessen hat, nachdem es verloren ist.“ So geht es ihr mit den Erfahrungen des letzten Jahres. Obgleich es nicht vollkommen war zur Zeiten des Daseins, so ist es doch im Vergleich wesentlich … perfekter. Hochgegriffen, ein solch surreales Wort zu verwenden. Doch dennoch erscheint es so. Durch Anpassung und Veränderungen lernte sie. Am Ende stellte sie fest, wie viel es ihr bedeutet und wie viel sie andere bedeutet. Als sie ging, schienen alle traurig, überraschten sie mit Geschenken, applaudierten ihr und sagten, sie müsse unbedingt wiederkommen. Und zu Hause? Alleine in England stritt sie sich fast durchgehend mit ihrem Vater und auch ihre Mutter schien nicht so begeistert wie bei den anderen Malen, da sie „heim kam“. Sie weiß nicht, wo ihr Platz ist, weiß nicht, wo sie hingehört.

Sie hat ihren Platz verloren. Sie entfremdete sich nicht nur von sich selbst, auch von ihren eigenen Eltern, oder war dies schon vorher der Fall und liegt nun offensichtlicher vor ihr? Alles wirkt weit weg, oder hat sie sich nur so weit in ihr Schneckenhaus verkrochen, dass es fern erscheint? Ist es nur eine Phase, die vorüber geht, oder etwas Permanentes? Der Schatten des Zustandes ruht immerhin schon seit ewgen Zeiten über ihr, verstärkt, schwächer, immer wiederkehrend. Sie hat sich nun entschieden bald eine Therapie zu machen. Wegen ihrer Aggressionen, der Angst, der Panik. Den Depressionen?

Ihr fällt es schwer, das was in ihr vorgeht auch nur ansatzweise niederzuschreiben. Sie fürchtet sich vor dem, was die Zukunft bringt und ekelt sich vor dem Anblick, der ihr der Spiegel offenlegt. Dabei hätte sie alles Recht stolz auf sich zu sein. Aber das ist sie nicht, sie zweifelt lediglich an sich selbst. Nach einem Neuanfang zurück in die alten Gewohnheiten zu wechseln ist schwer. Ihr altes Leben widert sie an, sie kann sich nicht damit identizifzieren. Ist es nur eine Phase, die vorüber geht, oder etwas Permanentes? Alte Schatten, die neue Ursachen zu haben scheinen.

Sie spricht von Neuanfängen. Neuanfang. Das hat sie schon mal gehört. Aus ihrem eigenen Mund. Sie schlug es jenem vor, den sie liebte. Den sie liebt. Liebt? Liebt(e)?!  Sie versteht es nicht, doch in ihr ruht eine unerklärliche Wut ihrem Geliebten gegenüber, tief in der Brust. Anstatt sich zu freuen, scheint das falsche Gefühl sie nur zu verletzen, stimmt sie traurig und ängstlich. Angst. Panik. Schon wieder.

Der Gedanke an Körperliches widert sie an. Doch wie soll es funktionieren? Er war nicht da. Man kann es nicht als Anklage betiteln, da es nicht seine Schuld war. Dennoch war er nicht da. Sie gewöhnte sich daran und war alleine. Sie hat vergessen, wie es ist, wenn er da ist. Es passt nicht. Nicht in die Frucht. Nicht in die Veränderung. Die Aggressionen wurden stärker. Die Furcht vor der Enttäuschung. Sie Angst, er akzeptiert die Zeit nicht, in der sie sich befindet, nagt an ihr. Denn sie scheint die Unbeschwertheit, die in kindlichem Glanz um ihr herum schimmerte, verloren zu haben. Ist es nur eine Phase, die vorüber geht, oder etwas Permanentes?

Sie scheint wieder an einem Punkt wie vor zwei Jahren zu stehen und dennoch steht sie doch an einer ganz anderen Stelle in ihrem Leben, die noch nie zuvor existierte, die wie aus dem Nichts auftauchte.  Sie will ihn nicht verlieren, doch kann sie sich die Wut in ihrer Brust nicht erklären. Sie macht ihr Angst. Sie will doch noch, dass es vorüber zieht, wie ein Gewitter und den Geruch von frischem Regen weicht. Sie plante es schon vor langer Zeit. Er sollte sie abholen, sie mitnehmen. An einen magischen Ort, doch sie bezweifelt, dass er es tun wird. Er machte bereits Andeutungen, dass ihre Hoffnungen vergebens waren.
Sie weiß, dass es falsch ist, sich etwas schon auszumalen, doch was ist falsch daran, sich von jemanden, der einen „liebt“ etwas zu wünschen? Falsch daran ist, dass sie enttäuscht werden kann.  Sie wird enttäuscht, weil er es bestimmt nicht fertig bringen wird, etwas Besonderes für sie vorzubereiten. Ist das der Grund für ihre Wut? Weil sie weiß, dass er ihr nicht das geben kann, was sie sich erwünscht? Auch wenn dies belanglos ist, beunruhigt sie es, dass er wieder bloggt. Sie kommt darin nicht vor. Es ist egozentrisch, doch was soll’s? Sie muss ja nicht darin vorkommen.

Aber wenn er von seinem Leben erzählt und sie nicht darin vorkommt, sondern nur Belanglosigkeiten, dann ist das … schmerzvoll. Aufgrund der Erinnerungen. Schöne Erinnerungen, vertrieben von den dunklen.  Das Buch so gut wie leer, die Hand zu schwach, zu beschäftigt um zu schrieben. Er bloggt und sie kommt nicht daran vor. Sie redet sich ein, unwichtig für ihn zu sein. Ohnehin kann er doch ohne sie.
Auch, wenn sie nicht ohne ihn kann, scheint dies bereits der Fall zu sein. Sie hat sich so sehr von ihm abgewandt, dass sie sich kaum noch vorstellen kann, wie es ist, bei ihm zu sein. In ihrer Halluzination haben sie sich getrennt. Sehen sich nicht wieder. Die Gefühle ihres dummen Herzens reden ihr ein, sie hätten sich getrennt und kreieren  falsche Wahrnehmungen. Als wäre es aus, was es nicht ist.

Doch warum fühlt es sich so an? Als wäre es „aus“?

Liegt es daran, dass die beiden einfach kaum Zeit hatten, in der letzten Zeit? So wenig Zeit wie nie zuvor, obwohl es doch die kürzeste Periode ihres Nicht-Sehens war. Ist es das, was sie so erschüttert? Das nicht miteinander sprechen? Nein. Das Entfremden begann schon viel früher. Leere. Angst. Panik.

Sie redet sich ein, dass er sie liegen lassen wird. Mit jedem ihrer weiteren Worte, ihrem momentanen Verhalten. Niemand will jemanden, der so schwarze Gedanken hegt. Doch sie verfliegen, doch die Gefühle bleiben, sodass es unmöglich für sie wird, alles niederzuschrieben, was an ihrer Seele nagt. Die einzige Therapie scheint nicht mehr zu funktionieren.

So viel würde sie noch gerne in Worte fassen, doch es scheitert. Sie würde sich gerne mehr Zeit nehmen, um nachzudenken. Sie würde gerne reflektieren, wie ein Freund hinter dem Schleier es einst genannt hatte. Doch was bringt es?
Erst einmal sollte sie den folgenden Tag überstehen. Sie hat einiges zu tun, doch vielleicht lenkt es sie ab, vor der Begegnung, die einer der größten Faktoren für die Schatten in ihr ist. Der Begegnung, vor der sie sich so fürchtet.

Sie weiß nicht weiter. Hinter dem Spiegel. Gefangen in leeren Wänden.

28.6.12 22:48


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